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Interview mit Werner „Cherry“ Kuhlmann

23. Januar 2010

1. Hallo Cherry, du hast über Jahre das Osterfeiner Mittelfeld Spiel um Spiel
    beherrscht und hast meistens sogar 2 Gegenspieler zur Verzweiflung
    gebracht. Woher hast du diese Kraft genommen?

    Durch mentales Training im Stall.

2. Wenn man den Namen Werner „Cherry“ Kuhlmann hört, fällt meistens der
    Begriff „Kampfmaschine“, aber du warst auch in der Offensive überaus
    erfolgreich mit deinen Gewaltschüssen. Wie ist es dir gelungen in der
    Torschützenliste stets vorne dabei zu sein, ohne die Defensive zu
    vernachlässigen?

    Wie Du schon sagst, durch Gewaltschüsse aus der Defensive.

3. Du hast als sehr junger Spieler dein Debüt in der ersten Mannschaft von
    Schwarz Weiß gegeben. Wie verliefen deine ersten Jahre im Herrenbereich?

     Ich habe jahrelang versucht, die begnadete Technik, die Hubert Putthoff
     auszeichnete, zu erlernen, leider erfolglos.

4. Wie oft habt ihr in der Woche trainiert und woran wurde hauptsächlich
    gearbeitet?

    Trainiert – genauso häufig wie heute.
    Unser damaliger Trainer Jürgen Wohlberedt sah noch Defizite im
    Ausdauerbereich. Und so liefen wir bei jedem Training  erstmal 5, 4 km durch den
    Wald.

5. Was waren die Unterschiede zur heutigen Fußballgeneration in Bezug auf
    das Spielsystem?

    Spielsystem? Kann ich mich gar nicht dran erinnern.

6. Das Dreieck, bestehend aus Hubert bei der Hake, Bernhard Fangmann und
    Werner „Cherry“ Kuhlmann hat stets für eine sichere Defensive gesorgt.
    Konntest du deine Offensivläufe mit einem ruhigen Gewissen durchführen?

    Ein ganz klares – Ja -.
    Eyerman und Buddy waren hinten stets eine Bank. Selbst als Eyerman in Borgloh
    nach 8 Min. einen Nasenbeinbruch erlitt, brachte er 110% Leistung. Sein
    Gegenspieler hatte nach 90 min. mehr psychische Brüche.

7. Was hast du, neben der Berufung zu einem Spiel der Kreisauswahl Vechta,
    in besonderer Erinnerung behalten, wenn du deine Zeit beim OSV noch
    einmal rein sportlich betrachtest?

    Zum einen das 1. Aufstiegsjahr, in dem wir kein Punktspiel verloren haben.
    Und zum anderen das Freundschaftsspiel gegen Olympiakos Piräus mit Oleg
    Blochim als Trainer.

8. In welchem Alter hast du deine Karriere beendet und warum?

    Immer wiederkehrende Meniskusprobleme zwangen mich im jungen Alter von 34 
    Jahren, meine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.

9. Ein gegnerischer Trainer beschrieb eure Mannschaft im Aufstiegsjahr
    (Bezirksklasse 1985/86) mit dem Satz „Die sind so heiß, das gibt es gar
    nicht“. Musste der Trainer überhaupt etwas sagen, um die Mannschaft auf
    das bevorstehende Spiel einzustimmen?

    Unser Trainer Bubble zitierte gerne Hennes Weisweiler:
    „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, und
    „Das nächste Spiel ist das Schwerste“.
    In diesem Zusammenhang fällt mir folgende Anekdote ein: Ein gegnerischer
    Trainer (Oldenburg) bat im besagten Aufstiegsjahr bei Hünemann an der Theke
    Ennekings Joys um einen Tipp, wie man gegen Osterfeine gewinnen könne. „Ja“,
    sagt Joys, „Sie dürfen auf keinen Fall das 1. Tor schießen.“ Leider hielten sich die
    Oldenburger nicht daran. Nach 12 min. stand es 0:1, nach 90min. 4:1.

10. Was kannst du sportlich betrachtet der
      ersten Herrenmannschaft, durch deine langjährige Karriere im OSV, mit auf
      dem Weg geben?

     Das, was Osterfeine über Jahrzehnte hinweg stark machte, gilt auch noch heute:
     “Einer für Alle – Alle für Einen.“
 

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