Interview mit Werner „Cherry“ Kuhlmann
1. Hallo Cherry, du hast über Jahre das Osterfeiner Mittelfeld Spiel um Spiel
beherrscht und hast meistens sogar 2 Gegenspieler zur Verzweiflung
gebracht. Woher hast du diese Kraft genommen?
Durch mentales Training im Stall.
2. Wenn man den Namen Werner „Cherry“ Kuhlmann hört, fällt meistens der
Begriff „Kampfmaschine“, aber du warst auch in der Offensive überaus
erfolgreich mit deinen Gewaltschüssen. Wie ist es dir gelungen in der
Torschützenliste stets vorne dabei zu sein, ohne die Defensive zu
vernachlässigen?
Wie Du schon sagst, durch Gewaltschüsse aus der Defensive.
3. Du hast als sehr junger Spieler dein Debüt in der ersten Mannschaft von
Schwarz Weiß gegeben. Wie verliefen deine ersten Jahre im Herrenbereich?
Ich habe jahrelang versucht, die begnadete Technik, die Hubert Putthoff
auszeichnete, zu erlernen, leider erfolglos.
4. Wie oft habt ihr in der Woche trainiert und woran wurde hauptsächlich
gearbeitet?
Trainiert – genauso häufig wie heute.
Unser damaliger Trainer Jürgen Wohlberedt sah noch Defizite im
Ausdauerbereich. Und so liefen wir bei jedem Training erstmal 5, 4 km durch den
Wald.
5. Was waren die Unterschiede zur heutigen Fußballgeneration in Bezug auf
das Spielsystem?
Spielsystem? Kann ich mich gar nicht dran erinnern.
6. Das Dreieck, bestehend aus Hubert bei der Hake, Bernhard Fangmann und
Werner „Cherry“ Kuhlmann hat stets für eine sichere Defensive gesorgt.
Konntest du deine Offensivläufe mit einem ruhigen Gewissen durchführen?
Ein ganz klares – Ja -.
Eyerman und Buddy waren hinten stets eine Bank. Selbst als Eyerman in Borgloh
nach 8 Min. einen Nasenbeinbruch erlitt, brachte er 110% Leistung. Sein
Gegenspieler hatte nach 90 min. mehr psychische Brüche.
7. Was hast du, neben der Berufung zu einem Spiel der Kreisauswahl Vechta,
in besonderer Erinnerung behalten, wenn du deine Zeit beim OSV noch
einmal rein sportlich betrachtest?
Zum einen das 1. Aufstiegsjahr, in dem wir kein Punktspiel verloren haben.
Und zum anderen das Freundschaftsspiel gegen Olympiakos Piräus mit Oleg
Blochim als Trainer.
8. In welchem Alter hast du deine Karriere beendet und warum?
Immer wiederkehrende Meniskusprobleme zwangen mich im jungen Alter von 34
Jahren, meine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen.
9. Ein gegnerischer Trainer beschrieb eure Mannschaft im Aufstiegsjahr
(Bezirksklasse 1985/86) mit dem Satz „Die sind so heiß, das gibt es gar
nicht“. Musste der Trainer überhaupt etwas sagen, um die Mannschaft auf
das bevorstehende Spiel einzustimmen?
Unser Trainer Bubble zitierte gerne Hennes Weisweiler:
„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, und
„Das nächste Spiel ist das Schwerste“.
In diesem Zusammenhang fällt mir folgende Anekdote ein: Ein gegnerischer
Trainer (Oldenburg) bat im besagten Aufstiegsjahr bei Hünemann an der Theke
Ennekings Joys um einen Tipp, wie man gegen Osterfeine gewinnen könne. „Ja“,
sagt Joys, „Sie dürfen auf keinen Fall das 1. Tor schießen.“ Leider hielten sich die
Oldenburger nicht daran. Nach 12 min. stand es 0:1, nach 90min. 4:1.
10. Was kannst du sportlich betrachtet der
ersten Herrenmannschaft, durch deine langjährige Karriere im OSV, mit auf
dem Weg geben?
Das, was Osterfeine über Jahrzehnte hinweg stark machte, gilt auch noch heute:
“Einer für Alle – Alle für Einen.“


