Home > Fussball > Fussball A-Jugend vs. JSG Großenkneten U19

Fussball A-Jugend vs. JSG Großenkneten U19

13. April 2026

JSG Großenkneten U19 – SW Osterfeine 7:5

In unserem dritten Punktspiel der OM-Liga wollten wir auf dem Kunstrasen in Großenkneten den dritten Dreier einfahre und uns damit wieder an die zwischenzeitlich vom TUS Lutten übernommene Tabellenspitze zurückkämpfen. Nach der, trotz des Sieges, eher dürftigen Vorstellung im letzten Spiel gegen Lindern/Löningen/Vrees wollten wir an diesem Tag wieder unser bestes Gesicht zeigen.

Auf dem für einen Kunstrasen ungewöhnlich großen Platz hatten wir zunächst enorme Probleme damit die Lücken zu schließen und Druck auf unsere Gegenspieler auszuüben. Zu zögerliches Anlaufen und zu langsames Verschieben führten zu einer Druckphase der Gastgeber, in der es einzig Katze im Tor zu verdanken war, dass wir nicht in Rückstand gerieten. Nach ca. zehn Minuten fanden wir jedoch besser in die Partie und konnten unsererseits die großen Räume effektiver nutzen.

In Minute 13 gelang es dann Arne Jacob seine Dynamik zielführend auszuspielen. Während eines Konters lief er seinem Gegenspieler davon und zog ins Zentrum. Von dort aus legte er raus auf Arne Stärk, der zunächst aus spitzem Winkel am Torhüter scheiterte. Arne Jacob schaltete jedoch im Anschluss daran am schnellsten, spitzelte den Ball zum nachgerückten Jannis und dieser setzte den Ball per Heber zentral unter die Latte zur 0:1 Führung.

Dieser Treffer holte uns nun erst recht ins Spiel. Die nun folgenden 15 Minuten entsprachen größtenteils dem, was wir uns vorgenommen hatten. Wir verteidigten aggressiv nach vorne, erzielten so frühe Ballgewinne und schalteten blitzschnell um. Dadurch kamen wir zu zahlreichen Torchancen, die wir jedoch durch überhastete Abschlüsse teils fahrlässig liegen ließen. Die wenigen Gegenstöße, die wir in dieser Phase zuließen blieben entweder an unserer Viererkette oder an unserem überragend aufgelegten Torhüter hängen.

Leider war es jedoch wie so häufig im Fußball: Wenn du sie vorne nicht machst…

Je näher wir der Halbzeit rückten, desto mehr bekam man als Zuschauer das Gefühl, dass die Angst vor einem Gegentor unser Spiel beherrschte. Wir begannen zögerlicher zu verteidigen, aus eigentlich schon aufgenommenen Zweikämpfen zurückzuweichen und uns tiefer in die eigene Hälfte zurückdrängen zu lassen. Im Spielaufbau hielten „Panikbälle“ Einzug in unser Spiel, die entweder direkt beim Gegner landeten, oder zumindest unsere eigenen Mitspieler unmittelbar unter Druck brachten. Die komplette Struktur wich aus unserem Auftreten.

Mehr oder weniger symbolisch für diesen Bruch stand der Gegentreffer zum 1:1. Nach einem Einwurf von unserer rechten Defensivseite kullerte der Ball am Strafraum bis auf die lange Seite durch, wir schoben deutlich zu langsam hin und der Großenkneter Angreifer konnte den Ball mit einem Flachschuss aus der Drehung im langen Eck platzieren (34. Minute).

Nach diesem Gegentor waren wir dann völlig von der Rolle. Nur wenige Minuten später segelte ein Eckstoß hoch an unseren zweiten Pfosten, dort entstand komplettes Chaos und am Ende wurde die Kugel aus kurzer Distanz ins Netz gestochert (37. Minute). Unmittelbar danach reichte ein langer Schlag aus, um unsere gesamte Defensive auszuhebeln, Katze versuchte den Ball durch sein Herauslaufen zu klären, kam jedoch einen Schritt zu spät, wurde umkurvt und musste Gegentor Nummer drei hinnehmen (39. Minute).

Und damit nicht genug. Kurz vor dem Halbzeitpfiff Spielte Großenkneten nach Kopfballpingpong im Mittelfeld einen Außenristpass aus dem Zentrum in den rechten Halbraum. Dort entwischte uns der Außenbahnspieler im Rücken und schloss zur deutlichen 4:1 Pausenführung ins Tor ab (45. Minute).

Wir hatten zum Ende der ersten Halbzeit komplett unsere Identität verloren und hatten in einem Spiel, über das wir uns die Kontrolle erkämpft hatten, diese binnen kürzester Zeit wieder vollends abgegeben. Diesem Umstand wollten wir in Hälfte zwei wieder korrigieren.

Die Art uns Weise, wie unsere Mannschaft dann aus der Kabine kam verdient allerhöchsten Respekt. Als seien die letzten gut 15 Minuten nie geschehen traten wir auf einmal wieder genau so auf, wie wir es bereits in der Vorbereitung und im Spiel gegen Molbergen gezeigt hatten.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff spielten wir rechts die Linie hoch. Arne Jacob zog in den Halbraum und legte an der Grundlinie quer zu Arne Stärk, der kurz den Fuß reinhielt und im Anschluss daran direkt den Ball aus dem Netz holte, um die Aufholjagd fortzuführen (46. Minute).

Der Trainer hatte noch nicht einmal die Torentstehung für den Spielbericht notiert, da klingelte es bereits zum zweiten Mal in dieser Halbzeit. Einen Fehlpass hatte Arne Stärk in zentraler Position abgefangen, lief anschließend 10 Meter mit der Kugel nach halbrechts und platzierte sie aus 20 Metern per Aufsetzer im langen Toreck (47. Minute). Und fertig waren wir noch nicht… nur drei Minuten später war erneut Arne Stärk beteiligt, als er Jannis am Strafraum anspielte und dieser mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 4:4 stellte.

Innerhalb kürzester Zeit hatten wir es geschafft, das Spiel wieder auf unsere Seite zu ziehen. Auch jetzt ließen wir nicht locker und hielten das Tempo hoch. Wir erspielten uns weitere Torchancen und standen defensiv weitestgehend sicher. Nach Balleroberungen wurde umgeschaltet und unsere Angriffsreihe blieb brandgefährlich.

Nach einiger Zeit konnte man sich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass der Kopf wieder eine größere Rolle zu spielen schien. Unsere Abwehrreihe ließ sich wieder tiefer fallen und die Abstände zwischen den Mannschaftteilen, sowie innerhalb der einzelnen Mannschaftsteile vergrößerten sich. So gaben wir wieder Räume preis, die Großenkneten attackieren konnte.

In der 86. Minute schien es dann jedoch, als hätte der Fußballgott noch etwas für uns übrig. Arne Stärk spielte aus dem Zentrum nach links in den Lauf des eingewechselten Jan-Bernd Putthoff und der zeigte seinen Mannschaftkollegen mal kurz, was Zielstrebigkeit bedeutet. Laufduell gewonnen, aus spitzem Winkel abgezogen und flach hinein ins Glück. Spiel gedreht und wieder auf Kurs Tabellenführung!

Problem an der Geschichte? Sie hatte kein Happy End. Mit dieser Führung hatten wir wieder etwas zu verlieren und dieser Umstand schien uns mental komplett den Stecker zu ziehen. Wir wichen vor den angreifenden Großenknetern immer weiter zurück und postierten uns mit der Viererkette im eigenen Strafraum. Selbst nach Befreiungsschlägen rückten wir nicht mehr konsequent heraus, sondern warteten brav auf den nächsten Angriff. Mit der Anzeige der vierminütigen Nachspielzeit war in den unseren Augen die nackte Angst zu sehen. Und das rächte sich mit den wohl schwärzesten Minuten der gesamten Saison.

In der ersten Minute der Nachspielzeit wurde der Ball in den Strafraum gespielt. Von dort legte der Angreifer auf deinen Mitspieler ab, wir schauten beim Abschluss aus 18 Metern nur zu und der Ball fand abgefälscht seinen Weg ins Netz. Nur zwei Minuten später flog ein Eckball in unseren Fünfmeterraum. Dort schauten wir ebenfalls nur zu, wie die Kugel per Kopf in die Maschen verlängert wurde. Wir hatten den Lohn für eine großartige moralische Leistung innerhalb weniger Minuten hergeschenkt.

Den Schlusspunkt setzten die Gastgeber, nachdem wir in einem letzten Ansturm alles versucht hatten, um doch noch einen Punkt mitzunehmen. Bei einem Konter über unsere linke Defensivseite trat Bagge unglücklich am Ball vorbei, sodass sein Gegenspieler auf und davon war, frei auf das Tor zuging und aus kurzer Distanz zum 7:5 Endstand in den Winkel jagte (90. Minute + 5). Mit hängenden Köpfen uns sauer auf uns selbst traten wir die Heimreise nach Osterfeine an.

Dieses Spiel hat uns zwei Dinge gezeigt: Zum einen, dass wir eine enorm starke Truppe haben, die nicht nur jeder Mannschaft dieser Liga Paroli bieten kann, sondern in der Lage ist Spiele an sich zu reißen. Zum anderen aber auch, dass wir, sobald wir unsere Spielprinzipien aufgeben, uns selbst das Leben enorm schwer machen und Punkte kosten können. Daher ist die Marschroute klar: Voller Fokus auf die Umsetzung der Spielprinzipien und voller Einsatz, um bereits im nächsten Spiel zurück in die Erfolgsspur zu kommen.

Dieses bestreiten wir am kommenden Samstag (18.04.) um 16:30 Uhr auf heimischem Geläuf gegen die JSG Cappeln/Sevelten/Elsten. Die kommenden Gäste rangen dem Tabellenführer TUS Lutten parallel zu unserer Partie ein 1:1 ab und kassierten dabei erst in der Nachspielzeit den Gegentreffer. Dementsprechend werden wir jede Unterstützung gebrauchen können. Interessierte Zuschauer sind herzlich eingeladen!

Mit freundlichen Grüßen

Coach P.

Tore:   0:1 J. Otte (A. Jacob); 13. Minute

            1:1 Julian Hogeback; 34. Minute

            2:1 Magnus Küpker; 37. Minute

            3:1 David Leo Klyukina; 39. Minute

            4:1 Tarek Oltmann; 45. Minute

            4:2 A. Stärk (A. Jacob); 46. Minute

            4:3 A. Stärk; 47. Minute

Fussball

Kommentare sind geschlossen