Fussball B-Jugend SWO : JSG Neuenkirchen-Vörden; RW Damme : SWO
SW Osterfeine – JSG Neuenkirchen-Vörden 3:1
Nach unserem durchwachsenen Start mit einer Niederlage im Pokalspiel gegen die JSG Neuenkirchen-Vörden und dem etwas unglücklichen Punkt gegen die JSG ReGoLu wollten wir gegen erstere in der Liga Revanche für das frühe Pokalaus nehmen.
Trotz diverser Ausfälle gelang es uns erneut eine schlagkräftige Mannschaft auf den Rasen zu stellen, die sich jedoch augenscheinlich zunächst noch finden musste. Die Gäste waren von Beginn an präsent und setzten uns stark unter Druck. Die Abstimmung in den jeweiligen Mannschaftsteilen war gelinde gesagt ausbaufähig und wir wirkten gedanklich eine Sekunde zu langsam, um unsere Kontrahenten ernsthaft zu stoppen. Starker Rückhalt in dieser Phase war Torhüter Jannes Markus, der mit starken Aktionen dafür sorgte, dass wir nicht erneut früh in Rückstand gerieten.
Unsere Offensivbemühungen wurden häufig bereits im Keim erstickt, indem Neuenkirchen-Vörden das Spiel clever lenkte und sein Pressing mit einem klaren Plan auslöste. Ballverluste tief in der eigenen Hälfte waren die Folge und die Verunsicherung griff um sich. Bereits nach wenigen Minuten merkte man unseren Spielern die Panik an, wenn sie angespielt wurden, selbst wenn der Gegner keinen direkten Druck ausübte.
Mit zunehmender Spielzeit stieg jedoch auch in den Gästen die Unzufriedenheit aufgrund der vielen vergebenen Chancen und die aggressive Spielweise forderte ihren Tribut. Das Pressing griff nun weniger und wir bekamen mehr Platz im Mittelfeld, um unsererseits den einen oder anderen Konter zu fahren. So kamen auch wir kurz vor der Halbzeit zu unserer ersten richtig großen Chance, als Anton sich auf der rechten Seite stark durchsetzte und den Ball an der Grundlinie querlegte. Sowohl Paul, als auch Hanno verpassten den Ball – und damit wahrscheinlich auch die Führung – nur knapp.
Mit dem 0:0 ging es erstmal in die Pause. Die erste Halbzeit galt es nun abzuhaken und Lösungen für unsere Unterlegenheit zu finden. Wir wollten uns in gewissen Situationen im Spielaufbau gezielter unterstützen und gegen den Ball griffiger auftreten, um die nachlassenden Kräfte unserer Kontrahenten auszunutzen.
Und dieser Plan schien zu fruchten. Wir traten deutlich verbessert auf und nutzten die sich ergebenden Räume konsequenter. Hohe Balleroberungen brachten und schnell in Abschlusssituationen und unser Selbstvertrauen stieg von Minute zu Minute.
Bereits in der 46. Minute belohnten wir uns für unseren Einsatz und versetzten Neuenkirchen-Vörden damit einen herben Dämpfer. Einen Eckball vom eingewechselten Ismail konnte der ebenfalls eingewechselte Julian Fortmann per Kopf perfekt am langen Innenpfosten platzieren und ließ dem Torhüter so keine Abwehrchance mehr. Wir waren nun endgültig in diesem Spiel angekommen.
Die Gäste versuchten nun wieder aufzudrehen, ließen dabei jedoch die Lücken immer größer werden und gaben dadurch unserer Mittelfeldzentrale um Elija, Ismail und Anton die Möglichkeit, ihre spielerischen Qualitäten in Gefahr umzumünzen. Gleichzeitig fehlte ihnen im Spielaufbau häufig eine kurze Anspielstation, was unserer Offensivreihe ein erfolgreiches Pressing mit nur wenigen beteiligten Spielern ermöglichte, die nach Ballgewinn schnell vor dem gegnerischen Tor auftauchten.
In der 55. Minute waren unsere Bemühungen erneut von Erfolg gekrönt. Ein erster Angriff wurde zwar abgefangen, doch Anton konnte in der Mittelfeldzentrale den Ball aufnehmen und den Abschluss suchen. Diesen konnte der Torhüter nur nach vorne klatschen lassen und Paul stand im Sinne eines Torjägers goldrichtig, um abzustauben.
Gute zehn Minuten später machte Paul vermeintlich den Deckel drauf. Hanno setzte den Außenverteidiger im Spielaufbau stark unter Druck und zwang ihn so nach innen zu ziehen, wo Anton bereits auf ihn wartete. Der resultierende Pressschlag landete glücklicherweise (Glück muss man sich eben erarbeiten) perfekt bei Paul an der Strafraumgrenze und dieser legte die Kugel mit dem ersten Kontakt ideal vor und traf aus 15 Metern unhaltbar ins lange Eck.
Insbesondere aufgrund der kurz zuvor verletzungsbedingt notwendigen Auswechslung von Kapitän Felix Lange war dieser Treffer enorm wichtig für das Selbstvertrauen der Jungs und die Bereitschaft nun mit aller Macht die Führung zu verteidigen, denn die Gäste drückten nun auf den Anschlusstreffer. In allen Mannschaftsteilen war jedoch eine absolute Bereitschaft zu spüren, alles für die drei Punkte zu geben. Diese Aufopferungsbereitschaft und die Ballsicherheit auf den beiden 6er-Positionen heilten den Gegner in Schach und gaben unserem Spiel mit dem Ball Struktur.
Den Gegentreffer in der 72. Minute (Kopfball am zweiten Pfosten nach Freistoß aus dem Halbfeld) steckten wir gut weg und verteidigten konzentriert weiter. Die gegenseitige Unterstützung, sowie die Anfeuerungen und Anerkennung von den Zuschauern trieben alle Beteiligten zu Höchstleistungen und unser Team zum ersten Pflichtspielsieg der Saison.
Nun gilt es nicht nur die Euphorie aus diesem Spiel mitzunehmen, sondern auch die Gewissheit aus beiden Spielen, dass wir mit 100%iger Einsatzbereitschaft jeden Gegner schlagen können. Unsere Zurückhaltung in den ersten Spielminuten werden wir künftig ablegen müssen, um uns nicht selbst in eine schlechte Ausgangslage zu versetzen.
Dass wir dies verstanden haben wollen wir am kommenden Sonntag (06.09.) ab 10:30 Uhr in Damme zeigen. Hier treffen wir auf die Zweitvertretung des Nachbarvereins und wollen zeigen, dass unserer Spielweise der Kunstrasen des Dersa Sportparks eher hilft, als schadet. Zuschauer sind natürlich – wie immer – gerne gesehen!
Mit freundlichen Grüßen
Coach P.
Tore: 1:0 Julian Fortmann (Ismail Saleem); 46. Minute
2:0 Paul Gieskemeyer (Anton Schmutte); 55. Minute
3:0 Paul Gieskemeyer (Anton Schmutte); 68. Minute
3:1 Jonas Gude; 72. Minute
RW Damme II – SW Osterfeine 3:3
Nach dem Mentalitätssieg gegen die JSG Neuenkirchen-Vörden wollten wir uns die Tabellenspitze, die wir unter der Woche wieder abgeben mussten, wieder zurückholen. In das Derby gegen RW Damme II gingen wir dabei als Favorit und wollten unsere spielerische Klasse auf dem Kunstrasen unter Beweis stellen.
Auf dem engen Platz versuchten wir mit einer Formationsänderung auf ein 4-4-2 Raute das Zentrum zu stärken und nahmen uns vor mit schnellem Spiel und viel Bewegung die Gastgeber ins Leere laufen zu lassen, da uns bewusst war, dass Damme die Platzgröße nutzen würde, um aggressiv nach vorne zu verteidigen.
Was dann allerdings tatsächlich auf dem Feld passierte hatte mit unserem Plan nur wenig zu tun. „Schlafwagenfußball“ war der Begriff, den Co-Trainer Jürgen Jacob in den Raum warf und besser lässt sich das, was wir auf den Platz brachten wohl nicht beschreiben. Von der Motivation der Vorwoche war nichts mehr übriggeblieben. Wir schlichen nur so über den Platz und ließen uns von unseren Kontrahenten völlig den Schneid abkaufen.
Diese gingen dann bereits früh absolut verdient in Führung. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld brauchten wir deutlich zu lange, um die Situation zu erfassen und liefen auch als wir sie erfasst hatten eher halbherzig hinterher, als mit der ernsthaften Intention, ein Gegentor verhindern zu wollen. So rannte der Dammer Spieler über das halbe Feld an allen verbliebenen Defensivspielern vorbei und schloss ins lange Eck ab (08. Minute).
Eine „jetzt erst recht“ Einstellung wollte in unseren Reihen dennoch nicht aufkommen. Aus Zweikämpfen hielten wir uns vornehm zurück (defensiv, wie offensiv) und wenn wir doch einmal den Ball gewinnen konnten, ließen wir uns gegenseitig im Stich. Anstatt Angebote zu schaffen und Lösungen anzubieten, klebten wir an unseren Positionen fest und beobachteten lieber aus der Ferne, wie unser Mitspieler angelaufen und unter Druck gesetzt wurde.
Dass es eigentlich ganz einfach gehen konnte, bewiesen wir in der 30. Minute. Während Ismail im Zentrum den Ball behauptete, rückte Robert von der Rechtsverteidigerposition hoch bis an den Strafraum. Dort fand ihn Ismails Diagonalball und Robert konnte mit dem ersten Kontakt vor das Tor spielen, wo Paul am zweiten Pfosten goldrichtig stand und aus kurzer Distanz einnetzte.
Trotz dieser Blaupause blieben wir weitestgehend ungefährlich und machten uns selbst das Leben schwer. Ungenaue Anspiele und Pässe in Räume, in denen außer rot gekleideten Spielern niemand war prägten unser Spiel, obwohl Damme langsam die Luft ausging und das Mittelfeldpressing nicht mehr in der Häufigkeit griff, wie es noch zu Beginn der Fall war.
Dennoch gelang uns kurz vor der Pause, wonach das Spiel überhaupt nicht aussah. In der 40. Minute spielte Alan Putthoff Paul an der Mittellinie an. Dieser drehte sich um seinen Gegenspieler, nahm trotz intensivem Trikottest (dieser wurde mit Bravour bestanden… das Trikot blieb heile und in Form) Tempo auf und feuerte aus 25 Metern Entfernung auf das Tor. Der gegnerische Goalie konnte zwar den Ball noch berühren, den Einschlag aber nicht mehr verhindern.
Mit dieser glücklichen Führung ging es dann in die Halbzeitpause. Hier wurde noch einmal klar angesprochen, dass es ohne Einsatzbereitschaft in allen Mannschaftsteilen nun einmal nicht funktioniert. Das sollten wir aus den vergangenen Spielen eigentlich mitgenommen haben. Mehr Angebote, mehr Bewegung auf dem Platz, mehr Zweikampfhärte, das Suchen freier Räume und einfach mehr Leidenschaft für dieses Spiel… Diese Baustellen mussten wir angehen.
In den ersten Minuten sah es auch kurz so aus, als hätte die Ansage gefruchtet. Wir verteidigten schärfer nach vorne, rotierten mehr zwischen den Positionen und kamen so früh in Abschlusssituationen in Tornähe. Lange dauerte dieser Umstand nur leider nicht an. Nach einem harten Einsteigen gegen Verteidiger Carlo Kamps wirkte es, als hätten wir Angst davor beim nächsten Zweikampf selbst eine schmerzvolle Erfahrung machen zu müssen. Und so verfielen wir wieder in die bekannten Muster der ersten Halbzeit. Zwar blieb es dabei, dass Damme nicht mehr ganz so schnell vor stach, wie zu Beginn des Spiels, doch unsere Bewegungsfreude ebbte wieder ab und wir konnten nur noch selten echtes Kapital daraus schlagen.
Nur wenig später gab es den nächsten Dämpfer. Ismail verlor in einem Zweikampf an der Außenlinie den Ball, der Dammer Spieler zog in die Halbspur, niemand fühlte sich zuständig den Gegner zu stellen und so konnte dieser frei aus 25 Metern über Mats hinweg ins Tor abschließen (50. Minute).
Das Spiel plätscherte nun vor sich hin. Beide Angriffsreihen waren mehr oder weniger kaltgestellt und der Großteil der Partie spielte sich im Mittelfeld ab, wo auf 4-5 gute Aktionen meist ein unkonzentrierter Pass folgte, der den Angriff wieder zunichtemachte.
In der 69. Minute folgte der nächste Nackenschlag. Ein Freistoß von der Mittellinie segelte zentral vor unser Tor, wo wir in aller Seelenruhe zuschauten, wie der Dammer Angreifer die Kugel kontrollierte, mit dem ersten Versuch noch an Mats scheiterte und den zweiten im Netz unterbrachte. Wir liefen also erneut einem unnötigen Rückstand hinterher und uns lief die Zeit davon.
Immerhin schien dieser Gegentreffer auch beim letzten Spieler den Gedanken reifen zu lassen, dass man sich an diesem Tag doch etwas anstrengen musste, um nicht ohne Punkte die Heimreise antreten zu müssen. Unsere Angriffe wurden zielgerichteter und die Bereitschaft sich in freie Räume zu bewegen nahm spürbar zu.
Den verdienten Ausgleichstreffer konnten wir unmittelbar danach erzielen. Nach einem Eckstoß von Ismail wurde der Ball kurz abgewehrt, fiel vor die Füße von Hakim und dieser nahm aus kurzer Distanz Maß und schweißte ihn volley zum Ausgleich ein (70. Minute).
In der Folge gaben wir noch einmal alles, um mehr als diesen einen Punkt mitzunehmen und drückten auf das gegnerische Tor, konnten den Ball jedoch kein weiteres Mal in diesem unterbringen. Angesichts des Spielverlaufs wäre das ehrlicherweise auch nicht verdient gewesen und so mussten wir uns mit dem Unentschieden auf fremdem Platz begnügen.
Nun können wir uns erstmal sammeln, um am 18.09. ab 19:00 Uhr auswärts bei der JSG Stein/Mü/Kro wieder unser volles Leistungspensum abrufen zu können. Eine wichtige Lehre gilt es bis dahin aus den ersten Pflichtspielen zu ziehen: Wenn wir zu 100% fokussiert sind und unsere Leistung abrufen, dann sind wir in der Lage um den Staffelsieg mitzuspielen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass wir mit 80-90% bestenfalls Mittelmaß sind. Wir bereiten uns dementsprechend vor, um künftig von Beginn an 100% geben zu können und nicht erst den nächsten Weckruf zu benötigen.
Mit freundlichen Grüßen
Coach P.
Tore: 1:0 Florian Thobe; 08. Minute
1:1 Paul Gieskemeyer (Robert Zaharie); 30. Minute
1:2 Paul Gieskemeyer (Alan Putthoff); 40. Minute
2:2 Levent Sevic; 50. Minute
3:2 Levent Sevic; 69. Minute
3:3 Hakim Mahdouani (Ismail Seleem); 70. Minute




