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Fußball-Regeländerungen 19/20

5. August 2019

Fußball-Regeländerungen ab dieser Saison                                                   Andreas Robke

Ein Streifzug durch die wichtigsten geänderten Regeltexte:

Ein Spieler, der ausgewechselt wird, muss das Spielfeld über die nächste Begrenzungslinie verlassen
Damit der Ausgewechselte „keine Zeit schinden kann“, muss er wie schon bei Verletzungen üblich das Spielfeld dort verlassen, wo es am schnellsten geht. Das Abklatschen mit dem Einwechselspieler fällt also künftig im Normalfall aus.

Auch Trainer und Teamoffizielle können Gelb und Rot sehen
Weil entsprechende Tests erfolgreich verlaufen seien, können künftig Teamoffizielle auf oder vor der Bank „bei unsportlichem Betragen“ ermahnt, verwarnt (Gelb) oder auf die Tribüne verwiesen (Rot) werden. Kann der Täter nicht festgestellt werden, sieht stellvertretend der Cheftrainer die Karte. Das gilt auch noch nach dem Abpfiff bis Verlassen des Platzes!

Das Team, das den Münzwurf gewinnt, darf wählen, ob es anstößt
Die Kapitäne können sich entweder für eine Seite oder für den Anstoß entscheiden.

Ein Schiedsrichterball erfolgt mit einem Spieler des Teams, das zuletzt in Ballbesitz war
„Damit soll der Vorteil, der vor der Unterbrechung bestand, wiederhergestellt werden“, schreibt das IFAB. Alle anderen Spieler müssen einen Abstand von vier Metern einhalten. Im Strafraum bekommt der Torwart den Ball.

Verändert der SR mit einer Ballberührung den Spielverlauf, gibt es Schiedsrichterball
Der Schiedsrichter ist künftig nicht mehr Luft: Wenn nach einer Ballberührung eines Offiziellen der Ball ins Tor geht, der Ballbesitz wechselt oder ein Gegenangriff entsteht, wird die Partie unterbrochen.

Freistöße dürfen auch dann schnell ausgeführt werden, wenn der SR noch Karten zeigen will
Der Schiedsrichter kann also in Zukunft Gelbe und Rote Karten auch erst bei der nächsten Spielunterbrechung zeigen, wenn die Mannschaft den fälligen Freistoß schnell ausführt und so zu einer Torchance kommt. Allerdings ist eine schnelle Ausführung untersagt, wenn der Schiedsrichter bereits „mit dem Verfahren für die Disziplinarmaßnahme“ begonnen hat.

Bei Abstößen und Freistößen im eigenen Strafraum muss der Ball den Strafraum nicht verlassen
Entscheidend ist nur noch, dass der Ball mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Weiterhin müssen sämtliche Gegner dabei vor Ausführung außerhalb des Strafraums bleiben und einen Abstand von mindestens 9,15 Meter einhalten.

Angreifende Spieler dürfen bei Freistößen nicht in der Mauer stehen
Wenn die Mauer aus drei oder mehr Spielern besteht, müssen die Akteure der angreifenden Mannschaft mindestens einen Meter Abstand zur Mauer einhalten – sonst gibt es einen indirekten Freistoß. Das soll Unruhe und Zeitschinderei eindämmen.

Torhüter müssen sich bei Elfmetern nur mit einem Fuß auf der Linie befinden
Künftig reicht es, wenn mindestens ein Teil eines Fußes auf der Linie ist.

Hand-Tore zählen nie – und auch unabsichtliche Handspiele können strafbar sein
Die umfassendste Regeländerung betrifft dieses Jahr das Handspiel. Neu ist zunächst: Wird ein Treffer mit Hand oder Arm erzielt, ist dieser prinzipiell irregulär. Es reicht sogar schon, wenn der Spieler mit Hand oder Arm in Ballbesitz kommt und sich so „einen klaren Vorteil verschafft“, etwa zu einer Torchance kommt – ganz egal, ob das Handspiel absichtlich erfolgte oder nicht.

Absichtliche Handspiele bleiben strafbar. Unabhängig von der Absicht liegt nun aber „in der Regel“ auch dann ein Vergehen vor, wenn der Spieler seine Körperfläche unnatürlich vergrößert oder wenn sich der Arm über der Schulter befindet und vom Ball touchiert wird. Das gilt auch, wenn der Ball aus kurzer Distanz kommt. Legitim ist es derweil, sich beim Fallen mit der Hand abzustützen, hier soll kein Handspiel (mehr) gepfiffen werden. Und auch wenn der Ball vom eigenen Körper oder vom Körper eines beliebigen anderen Spielers, der sich in der Nähe befindet, an Hand oder Arm springt, sollen die Referees ab sofort nicht mehr pfeifen (wenn eben nicht auch die Körperfläche unnatürlich vergrößert oder der Arm über der Schulter ist).

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